Seemannsmission feiert Videogottesdienst zu Ostern

Wer diesen englischsprachigen Gottesdienst mit uns und den Crewmitgliedern der Kreuzfahrtschiffe und allen Seeleuten weltweit am Bildschirm feiern möchte ist uns herzlich willkommen.

Am 3. April 2021 wird dieser ökumenische Ostergottesdienst von der DEUTSCHEN SEEMANNSMISSION und STELLA MARIS, aufgezeichnet im DUCKDALBEN international seamen´s Club hier online gestellt:

Aus Ducky wird ver.di. Tschüss Markus

Frühling, Zeit für Neues – auch für Markus Wichmann. Aus Ducky wird ver.di. Nach Jahren im Seemanns club DUCKDALBEN und als Leiter der Seafarers´ Lounges, den Dependancen der Seemannsmission an den Kreuzfahrt-Terminals, wird Markus Inspektor der Internationalen Transportarbeiterföderation ITF.

Frühling lässt sein blaues Band flattern durch die Lüfte. So freut sich der Dichter Möricke auf den Frühling. Bei Markus Wichmann wird das blaue Band  zum Blauen Peter. So heißt die Flagge, die gehisst wird, wenn ein Schiff ausläuft: Markus wechselt Anfang März den Job aber nicht seine Berufung. Als Gründer und Leiter der Seafarers´ Lounges kümmerte er sich unter dem Banner der Seemannsmission um die Crews der Kreuzfahrtschiffe. Künftig  ist Markus einer von weltweit über 150 ITF-Inspektoren, die sich gegen Lohn- und Sozialdumping in der Seeschifffahrt einsetzen, wenn sie auf einem Frachter unter Billigflagge überraschend aufkreuzen und eine Blick auf Mannschaftsunterkünfte oder auf Verträge werfen.

Er bleibt also den Seeleuten treu – „nur“ in anderer Funktion. Denn schon recht früh merkte Markus, dass Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe sind. Gleiches gilt für Seewirtschaft und Seemannsmission.  Also entschied sich Markus nach dem Studium der Betriebswirtschaft für Praxis und Seemannsmission: „Weil die Wirtschaft in ihrer jetzigen Form nichts für mich ist“. Der 47Jährige versteht sich seither als Anwalt der Seeleute –  egal wo. Dieses Engagement trieb den Kieler vor elf Jahren auf Neuland. Er gründete 2010 die erste Dependance der Seemannsmission im Hamburger Hafen, die nur für Diensttuende der Dreamliner gedacht ist. Als diese Lounge ihr Logis im Terminal der Hafen City bezog, wünschte  der damalige Erste Bürgermeister Ole von Beust, „dass die Lounge ein Ankerplatz wird, an dem man sich gut aufgehoben fühlt!“ Denn: Bisher gab es in Nähe des Hamburg Cruise Center keine Anlaufmöglichkeit für Menschen, die einen Ort der Ruhe und Besinnung suchten. Motto Anno 2010: Auch die Crews der Kreuzfahrtschiffe brauchen support of seafarers‘ dignity.

Die neuen Lounges sind ein Gemeinschaftsprojekt der Seemannsmissionen Hamburg-Altona und Hamburg-Harburg sowie der Deutschen Seemannsmission in Hamburg e.V. . Sie verlangten – auch für die Seemannsmission – neu zu denken. Plötzlich kamen viele Frauen von Bord, die andere Dinge als Männer in den Shops nachfragten. Plötzlich war der Seemann nicht nur der im seemännischen Dienst. Denn “auf See“ sind auch die Frau in der Wäscherei oder der Kabinensteward. Die Anforderungen an die Betreuung von Kreuzfahrtcrews sind andere: Wer monatelang mit einem Lächeln und wenig Geld für Traumschiffatmosphäre sorgen muss, hat zuweilen andere Anliegen als jemand, der neun Monate nur 15 Kollegen und Container sieht. Auch die räumliche Lage der Lounges verlangte einen Sichtwechsel. Anders als in Seemannsclubs sollten die Kreuzfahrtcrews unter sich bleiben, ungestört. Touristen hatten die Lounges zuweilen als exotisches Erlebnis betrachtet. Markus Wichmann: „Für mich sind die Lounges Orte, in denen soziale Verantwortlichkeit stattfindet. Oft verengt sich der Blick auf ökologische Dinge wie Nachhaltigkeit, Abgase und Landstrom. In den Lounges geht es um soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit.“ 

Und auch eine Kreuzfahrt hat zwei Seiten: Schein und Sein. „In den Lounges merkt man schnell, wie weit der Mythos von der Wirklichkeit entfernt ist. Man bekommt schnell mit, dass die schöne Welt eines Kreuzfahrschiffes nur möglich ist, weil viele dafür hart arbeiten müssen. Über viele Monate, für wenig Geld. Wer meint, dass auf Luxusschiffen die Arbeit einfacher als auf Frachtschiffen ist oder so komfortabel wie die Passage der Gäste, der irrt. So sind die Liegezeiten kürzer; dazu kommt eine besondere Situation für Hamburg: Da häufig die Passagiere wechseln, bleibt kaum Zeit zur Erholung.“

Seit dem Start reihen sich die Lounges wie Perlen entlang der „Schnur“ Elbe. Die „Orte“ heißen: Altona, Hamburg-Steinwerder (seit 2015)  und – wenn der Neubau des Terminals steht – wieder Hafen-City. Übergangsweise findet die Crew aber auch am Ausweichterminal Baakenhöft eine Anlaufstelle. Hier in einem speziell konzipierten Zirkuswagen, der dort als mobiler Crewpoint an der Kaikante steht. Anfangs waren es einige Tausend Besucher pro Jahr, inzwischen kümmern sich drei Festangestellte und viele Ehrenamtliche um jährlich etwa 30.000 (vor Corona) Besatzungsmitglieder der Kreuzfahrtschiffe. 

2020 sollte das Jubiläum gefeiert werden, mit Gästen wie Kirsten Fehrs, Bischöfin der Nordkirche sowie dem Paten der Veranstaltung, Michael Westhagemann, Präses der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Moderator Yared Dibaba vom NDR. Aber Corona machte einen Strich durch die Feier.

Seemannsmission feiert Videogottesdienst zu Weihnachten

Wer diesen englischsprachigen Gottesdienst mit uns und den Crewmitgliedern der Kreuzfahrtschiffe und allen Seeleuten weltweit am Bildschirm feiern möchte ist uns herzlich willkommen.

Am 24. Dezember wird dieser ökumenische Weihnachtsgottesdienst von der DEUTSCHEN SEEMANNSMISSION und STELLA MARIS, aufgezeichnet im DUCKDALBEN international seamen´s Club hier online gestellt:

Schwerpunkt Kreuzfahrt

Das neuste Magazin der Deutschen Seemannsmission ist jetzt erschienen. In dieser Ausgabe ist ein Schwerpunkt dem Thema Kreuzfahrt gewidmet. Darüber hinaus wieder viele Berichte aus der Arbeit der Deutschen Seemannsmission weltweit. Auf jeden Fall informativ und lesenswert.

Zum Heft gehts hier lang: Lass fallen Anker

Recht auf Landgang, Bischöfin Fehrs

Heute, am internationalen DAY OF THE SEAFARER’S spricht Bischöfin Fehrs zur aktuellen Lage der Seeleute weltweit und appelliert an die Bundesregierung sich international für das Recht auf Landgang der Seeleute einzusetzen. Gerade in Zeiten der Corona Pandemie ein noch größeres Problem für die Seeleute auf allen Handels- und Kreuzfahrtschiffen, auch bei uns im Hamburger Hafen.

Videogottesdienst zu Ostern

Mit einem ökumenischen Videogottesdienst zu Ostern passt die Seemannsmission in Hamburg ihre seelsorgerische Arbeit der Corona-Lage an. Wer diesen englischsprachigen Gottesdienst mit uns und den Crewmitgliedern der Kreuzfahrtschiffe am Bildschirm feiern möchte ist uns dazu herzlich willkommen.
Dieser Gottesdienst ist ein Kooperationsprojekt von Stella Maris Hamburg, der SEAFARERS´ LOUNGE Hamburg, der Deutsche Seemannsmission Hamburg-Harburg e.V. / DUCKDALBEN und dem Seemannspfarramt der Nordkirche.
Darüber hinaus gibt es am Ende noch ein paar Grußworte aus verschiedenen Stationen der Seemannsmission weltweit.

Absage der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat am 15.03.2020 eine weitere Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus erlassen. Diese soll voraussichtlich bis zum 30. April 2020 gelten. Demnach sind sämtliche öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen untersagt – unabhängig von der Zahl der Teilnehmenden.

Aus diesem Grund müssen wir heute schweren Herzens die von uns geplanten Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Seafarers´ Lounge Hamburg am 03.04.2020 im Cruise Center Altona absagen.

„Alles hat seine Zeit“, so schreibt es schon der Prediger Salomo und Jubelfeiern sind aus verständlichen Gründen derzeit nachrangig. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Über einem Ausweichtermin können wir zum jetzigen Zeitpunkt leider noch keine genauere Aussage treffen. Sobald der neue Termin steht werden wir dazu erneut einladen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wie geht’s der Crew auf einem Kreuzfahrtschiff?

…das interessiert unsere Gäste und selbstverständlich auch uns“, sagt Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises, beim Gespräch in der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Harburg e.V.: „Es ist uns ein echtes Anliegen, dass sich die Crew an Bord auch wohlfühlt.“ „Die Passagiere haben großes Interesse an der Besatzung und fragen die Crew-Members direkt oder erkundigen sich auch bei uns“ – kontert Wybcke Meier das Vorurteil, Gäste von Kreuzfahrtschiffen interessieren sich nur für sich, für Essen und Trinken, Sport und Entertainment. Die Vorsitzende der Geschäftsführung des Kreuzfahrtunternehmens mit Sitz in Hamburg lenkt das Geschick der Reederei. Die Mein Schiff Flotte besteht mittlerweile aus sieben Schiffen. Der Name ist Programm: Die Passagiere sollen sich auf „ihrem“ Schiff wohlfühlen. Doch wie ist es mit den Männern und Frauen, die in den Restaurants, den Kabinen, im Bauch und auf der Brücke der Traumschiffe ihren Dienst tun? Für sie ist „ihr“ Schiff ihr Zuhause für eine weit längere Zeit als für die Gäste an Bord. Hier sagt Meier: „Wenn´s der Crew schlecht geht, kann sie den Gästen auch keine schöne Zeit an Bord ermöglichen. Fast 85 Prozent unserer Besatzung haben Gästekontakt. Wenn sich also die Crew wohlfühlt, spüren das auch unsere Gäste“.

Ist das (Arbeits-) Klima prima für die Crew, profitiert der Gast und damit gleichfalls TUI Cruises davon. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Besatzung uns treu bleibt und immer wieder an Bord unserer Flotte arbeitet“ sagt Meier. „An Bord gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, wie beispielsweise kostenlose Deutschkurse. Auf jedem unserer Schiffe fahren Deutschlehrer mit und unterrichten die Crew, was wiederum die Karrierechancen der einzelnen Crewmitglieder deutlich erhöht.“

TUI Cruises schaut nach vorn: „Wenn wir die Crews ausbilden und deren Know How fördern, investieren wir in die Zukunft. Neben neuen und modernen Schiffen, ist die Atmosphäre an Bord entscheidend und hier macht die Crew den Unterschied.“ In Sachen Umweltschutz machen die Kreuzfahrtreedereien schon einiges. In Sachen soziale Verantwortung gibt´s noch Nachholbedarf. Denn: Auch Meier weiß um die Arbeit auf Kreuzfahrtschiffen: „Die Menschen verlassen ihre Heimat für viele Monate und tauschen ihr Zuhause gegen eine Kabine ein“ Auf der Mein Schiff Flotte sind die Crewmitglieder entweder in Doppelkabinen oder sogenannten Single-Shared Kabinen untergebracht. Bei letzterem haben die Crewmitglieder eine eigene Kabine, teilen sich aber ein Badezimmer. Aber: Es ist und bleibt ein harter Job. Er wird meist geleistet von Menschen aus vielen Nationen, viele kommen aus Asien.

Zwischen ihnen und den Touristen liegen Welten. Ein Job auf einem Kreuzfahrtschiff hat wenig mit Seefahrer-Romantik zu tun. Immerhin ist seit 20. August 2013 die Maritime Labour Konvention (MLC) in Kraft, die weltweit auch für alle Kreuzfahrtschiffe bindend ist. Aber „nicht immer trauen sich Seeleute, diese Rechte auch wahrzunehmen und um Hilfe zu fragen“, sagt Markus Wichmann, Mitgründer und Geschäftsführer der Seafarers´ Lounges. Die erste wurde vor fast zehn Jahren, damals noch in der HafenCity, gegründet. Wichmann erinnert sich: „Wir haben zunächst die finanziellen Mittel vorgeschossen. Erst nach und nach bemerkten die Reeder, dass die Betreuung in den Lounges sinnvoll ist“. Hier finden die Crews ihre Auszeit. Hier sind sie für sich, hier muss keiner lächeln, wenn ihm nicht danach ist. Er und sie kann aber – und viele tun das auch, weil sie in den Lounges die so beliebten wie superscharfen Nudelsuppen kaufen oder gratis mit der Familie via Internet plaudern. Für Meier ist eine Unterstützung der Lounges „selbstverständlich“. Auch eine erhöhte Schiffsabgabe, die die Arbeit der Lounge unterstützt, „ist kein Problem. Man braucht einfach auch einmal einen Platz für sich. Man braucht Räume außerhalb jeglicher Beobachtung. Da, wo sich nichts um Arbeit dreht. Wo die Crew privat ist.“ Solche kleine Fluchten finden sie in den Seafarers´ Lounges.